Mönchengladbachs Wirtschaftswunder: Wie die Stadt NRW übertrifft und Arbeitslosigkeit senkt
Theo BauerMönchengladbachs Wirtschaftswunder: Wie die Stadt NRW übertrifft und Arbeitslosigkeit senkt
Mönchengladbach hat sich in den vergangenen fünf Jahren als wirtschaftlicher Leuchtturm in Nordrhein-Westfalen hervorgetan. Während viele benachbarte Städte mit steigenden Insolvenzzahlen und schwächerem Wachstum kämpfen, konnte die Stadt am Niederrhein die Arbeitslosigkeit senken, Investitionen steigern und die Zahl der Unternehmenspleiten kontinuierlich verringern.
Aktuelle Zahlen zeigen einen Rückgang der Unternehmensinsolvenzen um 8,0 Prozent und der Verbraucherinsolvenzen um 9,0 Prozent im vergangenen Jahr. Dies steht in krassem Gegensatz zum regionalen Trend: Allein 2024 stiegen die Insolvenzen in NRW um bis zu 23,4 Prozent an.
Zwischen 2021 und 2025 übertraf Mönchengladbach größere Städte des Landes wie Düsseldorf und Köln. Die Arbeitslosenquote sank von 8,2 auf 5,1 Prozent und lag damit unter dem Landesdurchschnitt. Gleichzeitig wuchs die lokale Wirtschaft um 7,5 Prozent – mehr als der NRW-weite Zuwachs von 6,2 Prozent.
Die Ausgaben für Infrastruktur stiegen um 28 Prozent auf jährlich 450 Millionen Euro. Treibende Kräfte dieser Investitionen waren vor allem der Ausbau der Logistikbranche und der Textilindustrie. Die Diversifizierung in widerstandsfähige Sektoren wie Logistik, Maschinenbau, Gesundheitswesen und Dienstleistungen hat die Stadt vor konjunkturellen Abschwüngen geschützt.
Der kommunale Gewerbesteuerhebesatz bleibt seit 2016 stabil bei 490 Prozent und bietet Unternehmen Planungssicherheit. Projekte wie der Wissens- und Innovationscampus, die Textilfabrik 7.0 und ein neues Gewerbegebiet am Flughafen sollen den Aufschwung weiter vorantreiben. Die Hochschule Niederrhein und ansässige Unternehmen sorgen zudem für einen kontinuierlichen Nachschub an Fachkräften.
Bundesweit stiegen die Unternehmensinsolvenzen um 8 bis 10 Prozent an. In Mönchengladbach hingegen gingen die Verfahren um 7,8 Prozent zurück. Nachbargemeinden verzeichneten dagegen Zunahmen zwischen 6 und fast 19 Prozent. Im IW-Dynamikranking 2024 belegte Mönchengladbach Platz 27 von 401 deutschen Regionen – ein Beleg für die positive wirtschaftliche Entwicklung.
Der Fokus auf Logistik, Maschinenbau und Bildung hat dazu beigetragen, Insolvenzen zu reduzieren und das Wachstum zu stützen. Mit einer Arbeitslosenquote unter dem Landesdurchschnitt und steigenden Investitionen zeigt Mönchengladbach, wie Stabilität in unsicheren Zeiten gelingen kann. Laufende Projekte und ein stabiler Steuerkurs deuten darauf hin, dass dieser Trend anhalten könnte.