19 March 2026, 22:02

Moerser Tafel droht Schließung – 2.000 Bedürftige in Not

Karte von Afrika mit Farben, die verschiedene Prozentangaben zur Nahrungsunsicherheit pro Land anzeigen, begleitet von erklärendem Text zur Schwere.

Moerser Tafel droht Schließung – 2.000 Bedürftige in Not

Die Moerser Tafel steht vor der Schließung, nachdem der Vermieter die Räumlichkeiten für den privaten Gebrauch zurückfordert. Die Einrichtung versorgt derzeit rund 2.000 bedürftige Menschen und dient als zentraler Verteilerpunkt für 14 weitere Tafeln in der Region. Ohne einen neuen Standort könnte der Betrieb bald eingestellt werden müssen.

Der Mietvertrag der Tafel läuft aus, sodass Mitarbeiter und Ehrenamtliche verzweifelt nach Alternativen suchen. Raffaele Corda, der seit 14 Jahren als ehrenamtlicher Leiter tätig ist, kündigte an, sein Amt niederzulegen, falls keine Lösung gefunden wird. Die Unsicherheit kommt zu einer Zeit, in der die Nachfrage nach Lebensmittelhilfe in ganz Nordrhein-Westfalen weiter steigt.

Zwischen 350.000 und 400.000 Menschen im Land sind mittlerweile auf die Unterstützung der Tafeln angewiesen – ein deutlicher Anstieg in den letzten fünf Jahren. Steigende Lebenshaltungskosten, Inflation und wirtschaftliche Not treiben immer mehr Haushalte in die Armut. Allein in Moers versorgt die Tafel Tausende mit lebensnotwendigen Lebensmitteln und koordiniert gleichzeitig die Belieferung benachbarter Standorte.

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Die Krise beschränkt sich nicht auf Moers. Auch Tafeln in Düsseldorf und Bonn droht der Verlust ihrer Räumlichkeiten, wobei in Bonn eine Räumung unmittelbar bevorsteht. Der Sozialwissenschaftler Professor Fabian Kessl kritisiert die wachsende Abhängigkeit von Lebensmittelspenden und fordert stattdessen ein gesetzlich garantiertes Recht auf Unterstützung anstelle von vorübergehender Hilfe. Die aktuellen Sozialleistungen, wie etwa das monatliche Bürgergeld von 563 Euro für eine Einzelperson, reichen oft nicht aus, um die Grundbedürfnisse zu decken.

Sollte die Moerser Tafel schließen, könnten Tausende den Zugang zu lebenswichtigen Lebensmitteln verlieren. Die Situation verdeutlicht die übergeordneten Herausforderungen für die Lebensmittelhilfe in Nordrhein-Westfalen, wo steigende Nachfrage und unsichere Standorte die Versorgung gefährden. Ohne Gegenmaßnahmen könnte die wirtschaftliche Belastung immer mehr Menschen daran hindern, sich ausreichend zu ernähren.

Quelle