Maria Kalesnikawa erhält Karlspreis – ein Symbol für den Widerstand in Belarus
Moritz WernerMaria Kalesnikawa erhält Karlspreis – ein Symbol für den Widerstand in Belarus
Die belarussische Bürgerrechtlerin Maria Kalesnikawa ist am Samstag in Aachen offiziell mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet worden. Die Ehrung, die sie sich mit zwei weiteren Oppositionellen teilt, würdigt ihren anhaltenden Einsatz für Demokratie und Menschenrechte gegen das Regime von Alexander Lukaschenko. Kalesnikawa, die heute in Deutschland lebt, sprach mit Journalisten über die Auszeichnung und die anhaltenden Herausforderungen in Belarus.
Der Karlspreis war Kalesnikawa, Swjatlana Zichanouskaja und Veronika Zepkalo bereits 2022 für ihren Widerstand gegen die autoritäre Führung in Belarus verliehen worden. Damals saß Kalesnikawa in Minsk im Gefängnis und konnte nicht an der Zeremonie teilnehmen. Sie erfuhr von der Auszeichnung hinter Gittern und bezeichnete sie später als ein kraftvolles Zeichen europäischer Solidarität.
Nun in Freiheit und in Deutschland lebend, nahm Kalesnikawa das Preis am Wochenende persönlich entgegen. In ihrer Dankesrede zeigte sie sich dankbar, betonte jedoch, dass der eigentliche Fokus auf jenen liegen müsse, die noch immer in Belarus inhaftiert sind. Sie lobte Aachen für sein Engagement, Geschichte zu bewahren, und zog Parallelen zum Kampf, die demokratischen Hoffnungen in Belarus am Leben zu halten.
Seit 2022 arbeitet Kalesnikawa weiterhin mit Zichanouskaja und Zepkalo zusammen, um Veränderungen voranzutreiben. Während Zichanouskaja internationale Bemühungen für demokratische Reformen koordiniert, unterstützt Zepkalo zivilgesellschaftliche Projekte für ein freies Belarus. Kalesnikawa selbst fordert europäische Regierungen auf, Belarus als zukünftigen Partner zu betrachten und sowohl exilierte Aktivisten als auch jene zu unterstützen, die sich von innen gegen die Diktatur stellen.
Trotz des langsamen Fortschritts bleibt sie hoffnungsvoll. Ein demokratisches Belarus, so ihre Überzeugung, sei unvermeidlich – auch wenn der Weg dorthin schwieriger sei, als sie einst dachte.
Der Karlspreis unterstreicht den anhaltenden Kampf für Demokratie in Belarus. Kalesnikawa und ihre Mitpreisträgerinnen führen die Opposition weiter an und fordern stärkere internationale Unterstützung. Ihre Arbeit, betonen sie, sei noch lange nicht beendet.