18 June 2026, 02:02

Krankenhäuser in NRW protestieren gegen Finanzkrise und drohende Schließungen

NRW-Krankenhäuser protestieren gegen mangelnde Bundesfinanzausgleich

Krankenhäuser in NRW protestieren gegen Finanzkrise und drohende Schließungen

Krankenhausmitarbeiter und Träger in Nordrhein-Westfalen gingen am 20. September 2023 auf die Straße. Sie forderten von der Bundesregierung dringend finanzielle Unterstützung, um weitere Schließungen zu verhindern. Die Proteste waren Teil einer bundesweiten Bewegung, die auf die Krise in der Gesundheitsfinanzierung aufmerksam macht.

Die Kundgebungen wurden vom Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) organisiert. Beschäftigte der Kplus Gruppe beteiligten sich an Protesten vor Klinikstandorten in Solingen und Haan. Ihre Forderungen richteten sich direkt an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach – er solle die notwendigen Mittel bereitstellen, um die Grundversorgung in den Krankenhäusern zu sichern.

Die Demonstrationen fanden vor dem Hintergrund zunehmender finanzieller Belastungen statt. Allein 2023 meldeten über 40 Krankenhausträger Insolvenz an. Bereits im Juni hatte die Kplus Gruppe für drei ihrer vier Standorte Eigenverwaltungsanträge gestellt, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und die Liquidität zu sichern. Ingo Morell, Präsident der KGNW, warnte, dass der Kollaps von Krankenhäusern eine reale und nachweisbare Gefahr darstelle.

Die Protestierenden forderten nachhaltige staatliche Finanzhilfen, um die Inflationskosten auszugleichen. Zudem verlangten sie eine zehnprozentige Lohnerhöhung für 2024. Morell betonte, dass Krankenhausleitungen vor einer unmöglichen Entscheidung stünden: Entweder das Personal bezahlen oder den institutionellen Zusammenbruch riskieren. Die Bundesregierung habe bisher versagt, ihrer gesetzlichen Pflicht nachzukommen, die Krankenhäuser für steigende Betriebskosten zu entschädigen.

Die wachsende finanzielle Belastung treibt immer mehr medizinische Einrichtungen in die Insolvenz. Ohne zusätzliche Mittel bleibt die Stabilität der Gesundheitsversorgung gefährdet. Die Proteste unterstreichen den dringenden Handlungsbedarf der Politik, um die Finanzierungslücke zu schließen.

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