Klimaproteste im Ruhrgebiet: Blockaden gegen fossile Gasinfrastruktur eskalieren
Sophia WeberKlimaproteste im Ruhrgebiet: Blockaden gegen fossile Gasinfrastruktur eskalieren
Proteste gegen den Ausbau fossiler Gasinfrastruktur breiten sich im Ruhrgebiet aus
Diese Woche haben sich im deutschen Ruhrgebiet die Proteste gegen die Erweiterung der fossilen Gasversorgung ausgeweitet. Aktivist:innen der antikapitalistischen Klimaallianz Ende Gelände blockierten zentrale Industrieanlagen, setzten sich über Polizeiverbote hinweg und forderten einen schnelleren Umstieg auf erneuerbare Energien. Die Demonstrationen finden im Vorfeld einer Großkundgebung am Samstag statt, zu der Tausende unter dem Motto „Zukunft statt Gas – Energiewende verteidigen“ erwartet werden.
Am Freitag besetzten Protestierende die Werksgleise von Europipe in Mülheim an der Ruhr, dem größten Pipeline-Hersteller Europas. Weitere 200 Demonstrant:innen störten den Schichtwechsel im Friedrich-Wilhelms-Hütte-Werk, das zur deutsch-französischen Rüstungsfirma KNDS gehört. Unterdessen zogen Aktivist:innen in Hamm mit einem Transparent zum Hauptbahnhof, auf dem die Enteignung von Energiekonzernen gefordert wurde.
In Gelsenkirchen kam es zu Blockaden am Kraftwerk Scholven, wo Protestierende Solarmodule auf dem Gelände installierten, um klimafreundliche Alternativen zu propagieren. Das Kraftwerk, das einen weiteren Gasblock plant, entwickelte sich zu einem Symbol des Widerstands. Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ein Polizeiverbot für Proteste am Kraftwerk Gersteinwerk bestätigt – die Organisator:innen kündigten jedoch an, trotzdem dorthin zu ziehen.
Die Aktionen fallen mit Berichten zusammen, wonach die Bundesregierung eine Milliardenbeteiligung an KNDS anstrebt. Die Klimaaktivistin Greta Thunberg wird zudem an der Großdemo am Samstag teilnehmen, die den Druck gegen die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen erhöhen soll.
Die Welle aus Blockaden und direkten Aktionen markiert eine neue Offensive der Klimabewegung, um Gasinfrastrukturprojekte zu stoppen. Angesichts der für Samstag erwarteten Massenbeteiligung betonen die Organisator:innen, dass die Proteste trotz rechtlicher Einschränkungen weitergehen werden. Die geplante staatliche Investition in KNDS verschärft zudem die Debatte über Energiepolitik und industrielle Prioritäten.






