28 March 2026, 02:02

Kik schrumpft: 300 Filialen schließen – kann neuer CEO Ulrich Hanfeld das Unternehmen retten?

Internationaler Discounter an einer Straßenecke mit umliegenden Gebäuden, Fahrzeugen, Verkehrszeichen, Straßenmöblierung und Bäumen unter einem klaren blauen Himmel.

Kik schrumpft: 300 Filialen schließen – kann neuer CEO Ulrich Hanfeld das Unternehmen retten?

Textildiscounter Kik steht vor tiefgreifenden Veränderungen, wenn Ulrich Hanfeld im Juni die Geschäftsführung übernimmt. Das Unternehmen wird zudem sein Filialnetz bis Ende 2026 um rund 300 Standorte in Europa verkleinern. Dies folgt auf eine Phase mit Führungsinstabilität und wachsender Unzufriedenheit unter den Mitarbeitenden.

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Hanfeld bringt Erfahrung vom Konkurrenten NKD mit, wo er von 2015 bis 2021 als CEO tätig war und in dieser Zeit eine umfassende strategische Neuausrichtung vorantrieb. Zuletzt leitete er knapp zwei Jahre lang die Sportkette Hervis und festigte so seinen Ruf als erfahrener Manager im Discount-Einzelhandel. Seine Berufung erfolgt nach einer turbulenten Phase bei Kik, die von prominenten Abgängen geprägt war.

Sein Vorgänger Patrick Zahn verließ das Unternehmen im September 2025 nach Konflikten mit dem Eigentümer Tengelmann. Bereits zuvor hatten der Finanzvorstand Rüdiger Hartmann und der Betriebsleiter Dirk Ankenbrand das Unternehmen verlassen. Christian Kümmer, der zuvor beim Tierbedarfshändler Fressnapf tätig war, sprang kurzzeitig als interimistischer CEO ein.

Durch die Schließungen reduziert sich das Filialnetz von Kik um 225 Standorte, davon allein 135 in Deutschland. Damit verbleiben rund 2.200 Filialen im Land. Aktuell beschäftigt das Unternehmen etwa 32.000 Mitarbeitende, davon 19.000 in Deutschland. Doch die Stimmung unter der Belegschaft ist gedrückt – viele klagen über mangelnde Wertschätzung und ein toxisches Arbeitsklima.

Hanfeld gilt eher als Verhandlungsstratege denn als Sanierer angeschlagener Unternehmen. Sein Fokus wird voraussichtlich auf der Straffung der Abläufe und der Steigerung der Profitabilität liegen, während sich Kik an ein schlankeres Filialnetz anpasst.

Der neue CEO steht vor der Herausforderung, Kik zu stabilisieren und gleichzeitig durch Filialschließungen Kosten zu senken. Mit 32.000 Beschäftigten und einer Geschichte häufiger Führungswechsel wird die weitere Entwicklung des Unternehmens seine Zukunft im hart umkämpften Discount-Markt prägen. Der Erfolg von Hanfelds Strategie hängt davon ab, Effizienzsteigerungen mit der Bindung von Mitarbeitenden und Kundschaft in Einklang zu bringen.

Quelle