Igor Levit kämpft mit Schostakowitsch-Konzerten gegen Antisemitismus und für Menschenrechte

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Drei Frauen auf der Bühne mit Geigen und Notenpulten, ein Publikum rechts davon, eine Uhr an der weißen Wand im Hintergrund und ein weißer Vorhang in der linken Ecke.

Igor Levit kämpft mit Schostakowitsch-Konzerten gegen Antisemitismus und für Menschenrechte

Der Pianist Igor Levit, eine der prägendsten Figuren der klassischen Musik der letzten Jahrzehnte, gibt vom 17. bis 22. Oktober eine Gedenkkonzertreihe im Wiener Musikverein. Die dem Komponisten Dmitri Schostakowitsch gewidmete Serie eröffnet er mit Ravels 'Kaddisch', einem Werk, das von dem wachsenden Antisemitismus inspiriert ist. Levit, ein bekennender Aktivist gegen Antisemitismus und für die Menschenrechte, wurde für sein Engagement bereits mehrfach ausgezeichnet – darunter 2020 mit dem Bundesverdienstkreuz.

Levits politisches Wirken ist kein neues Phänomen. Seit Langem beobachtet er, dass sich die Lage von Künstlern in unfreien Gesellschaften über die Jahrzehnte kaum verändert hat. Die Absage eines Konzerts von Lahav Shani in Belgien – eine Entscheidung, die Levit als vorauseilenden Gehorsam gegenüber der öffentlichen Meinung wertet – ist dafür ein erschreckendes Beispiel. Solche antisemitischen Vorfälle überraschen ihn nicht mehr; er hat gelernt, damit umzugehen. Doch die Feigheit der Opportunisten fällt ihm besonders schwer.

Trotz dieser Herausforderungen bleibt Levit dankbar und glücklich – zugleich aber tief betroffen vom heutigen Antisemitismus. Seine Konzertreihe ist ein Zeichen seines unerschütterlichen Einsatzes, seine Plattform zu nutzen, um Bewusstsein zu schaffen und für Veränderung zu kämpfen.

Igor Levits Auftritte im Musikverein sind weit mehr als nur musikalische Ereignisse. Sie sind eine Botschaft, ein Aufruf zum Handeln gegen Antisemitismus und eine Mahnung für den anhaltenden Kampf um Freiheit und Menschenrechte. Mit seinem künstlerischen und politischen Wirken bleibt Levit eine Stimme des Widerstands und der Hoffnung.