HKW in der Krise: Nach Chefket-Absage boykottieren Künstler Jan Böhmermanns Kulturhaus

Admin User
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Ein Plakat mit zahlreichen Gebäuden und hervorgehobenen Text.

HKW in der Krise: Nach Chefket-Absage boykottieren Künstler Jan Böhmermanns Kulturhaus

Seit der abgesagten Show von Rapper Chefket will niemand mehr im HKW von Jan Böhmermann auftreten. Das schadet der Kultureinrichtung.

Ein politischer Eklat ist nach der Absage eines Auftritts des schwäbischen Rappers Chefket im Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW) entbrannt. Der Rückzug erfolgte auf Druck des Kulturministers Wolfram Weimer, der sich an der Kleidungswahl des Künstlers störte – ein T-Shirt mit der Aufschrift „Palästina“ in arabischer Kalligrafie und einer Umrisszeichnung Israels. Die Affäre löste inzwischen eine Welle von Absagen weiterer deutscher Musiker aus, die sich solidarisch mit Chefket zeigen.

Der Streit eskalierte, als Chefket im Rahmen einer Veranstaltung des Satirikers Jan Böhmermann auftreten sollte, dessen Ausstellung „Die Möglichkeit der Unvernunft“ die Rolle des HKW in kulturellen Debatten thematisiert. Böhmermanns Entscheidung, den Rapper einzuladen, wurde später als Grenzüberschreitung kritisiert – vor allem, nachdem Chefket das umstrittene T-Shirt trug. Innerhalb weniger Stunden wurde der Auftritt gestrichen.

Die Absage von Chefkets Performance hat dem HKW nun einen Reputationsschaden beschert und das Verhältnis zur deutschen Musikszene schwer belastet. Da sich alle anderen Künstler aus Protest weigern, im HKW aufzutreten, muss die Institution nun die Folgen eines Skandals bewältigen, der Politiker, Kuratoren und Performende gleichermaßen einbindet. Zudem hat der Vorfall die Debatte über die Grenzen politischer Äußerungen in öffentlich finanzierten Kulturstätten neu entfacht.