Handwerk und Kreis Steinfurt diskutieren über Kosten, Vergaberegeln und Nachwuchsprobleme
Sophia WeberHandwerk und Kreis Steinfurt diskutieren über Kosten, Vergaberegeln und Nachwuchsprobleme
Vertreter der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf trafen sich kürzlich mit Verantwortlichen des Kreises Steinfurt, um über die zentralen Herausforderungen für lokale Betriebe zu sprechen. Bei dem jährlichen Austausch, der unter der Leitung von Landrat Dr. Martin Sommer stattfand, standen Themen wie steigende Kosten, Lieferkettenstörungen und die anstehenden Änderungen bei den Vergaberegeln im öffentlichen Sektor im Mittelpunkt.
Das Treffen fand im Kreishaus statt, wo Handwerksvertreter und Kreisverantwortliche über drängende Probleme diskutierten. Besonders die hohen Energiepreise – mitverursacht durch geopolitische Spannungen – belasten die Handwerksbetriebe zunehmend. Hinzu kommen instabile Lieferketten und eine wachsende Investitionszurückhaltung, die die Branche zusätzlich unter Druck setzen.
Ein weiterer Schwerpunkt war die neue Vergabeverordnung in Nordrhein-Westfalen, die ab dem 1. Januar 2026 in Kraft tritt. Demnach entfallen für Kommunen künftig nationale Schwellenwerte unter den EU-Grenzen, was direkte Vergaben ohne formelle Ausschreibungsverfahren ermöglicht. Ziel der Reform ist es, Bürokratie abzubauen und kleinen Handwerksbetrieben den Zugang zu Aufträgen zu erleichtern. Gleichzeitig warnten die Teilnehmer jedoch vor möglichen Risiken, etwa einer geringeren Transparenz und weniger Wettbewerb, falls Kommunen ohne klare Kontrollen eigene Regeln aufstellen.
Die Runde betonte zudem die Bedeutung einer starken dualen Berufsausbildung, um Nachwuchskräfte zu gewinnen und die Betriebsnachfolge zu sichern. Die Bekämpfung der Schwarzarbeit blieb ein gemeinsames Anliegen – hier herrschte Einigkeit darüber, dass die Kontrollen verschärft werden müssen. Der Kreis verwies auf seine Beratungsangebote, die über die Handwerkerschaft und die WESt (Wirtschafts- und Strukturentwicklung Steinfurt) bereitgestellt werden, um Unternehmensübergaben und -übernahmen zu unterstützen.
Zum Abschluss bekräftigten beide Seiten ihr Bekenntnis zur engen Zusammenarbeit. Zwar bieten die neuen Vergaberegeln Chancen für kleinere Betriebe, doch Themen wie Energiepreise und Lieferkettenprobleme erfordern weiterhin besondere Aufmerksamkeit. Kreis und Handwerk vereinbarten, den Dialog fortzuführen und gemeinsam an Lösungen für die anstehenden Herausforderungen zu arbeiten.






