Hambacher Loch wird zum tiefsten See Deutschlands – doch der Preis ist hoch
Charlotte WagnerHambacher Loch wird zum tiefsten See Deutschlands – doch der Preis ist hoch
Aus dem Braunkohletagebau Hambach wird Deutschlands tiefster See
Der Energiekonzern RWE verwandelt den ehemaligen Tagebau Hambach in den tiefsten See Deutschlands. Ab 2030 soll das Becken geflutet werden und schließlich eine Fläche von 42 Quadratkilometern erreichen – bei einer maximalen Tiefe von 365 Metern. Kritiker bemängeln jedoch, dass das Projekt auf Kosten eines einst blühenden Naherholungswaldes geht.
Der Hambacher Forst umfasste ursprünglich über 4.000 Hektar, darunter 200 Hektar seltenen Hainsimsen-Buchenwald. Der Großteil des Gebiets wurde für den Braunkohleabbau gerodet, weshalb Umweltschützer und Aktivisten dem Seeprojekt ablehnend gegenüberstehen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt zudem vor der Nutzung von ungereinigtem Rheinwasser zur Flutung des Sees.
Für den Bau werden drei gewaltige Rohrleitungen verlegt, jede 45 Kilometer lang, die von Elsdorf zur Abbaustätte führen. Die Leitungen – breit genug, dass ein Erwachsener hindurchradeln könnte – sollen pro Sekunde 18.000 Liter Wasser liefern. Bis 2033 wird erwartet, dass der See etwa ein Drittel seiner Endhöhe erreicht; bis 2040 soll die Wasserfläche bereits 1.200 Hektar umfassen.
Sein vollständiges Volumen von 3,6 Milliarden Kubikmetern wird der See jedoch erst um das Jahr 2080 erreichen. Fertiggestellt, wird er den Bodensee um über 100 Meter an Tiefe übertreffen und damit zum tiefsten See Deutschlands aufsteigen.
Die Umwandlung des Hambacher Tagebaus in einen See markiert einen langfristigen Wandel für die Region. Während RWE die Pläne vorantreibt, verweisen Umweltschützer weiterhin auf den Verlust des Waldes und mögliche Risiken durch ungefiltertes Wasser. Die Fertigstellung des Projekts erstreckt sich über Jahrzehnte – die vollständige Vollendung ist erst für das späte 21. Jahrhundert vorgesehen.






