Gremmendorfs umstrittene Straßennamen: Bezirksrat entscheidet über kolonial belastete Wege

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Eine Straßenszene vor einer Stadt mit Menschen in der Mitte, Bäumen und Schirmen links und Gebäuden mit Stühlen, Zelten, Pflanzen, Tischen und Fenstern rechts.

Gremmendorfs umstrittene Straßennamen: Bezirksrat entscheidet über kolonial belastete Wege

Bezirksrat Südost entscheidet über Straßenbenennung in Gremmendorf

  1. Dezember 2025

Eine langjährige Initiative zur Umbenennung zweier Straßen im Münsteraner Stadtteil Gremmendorf steht vor einer Entscheidung. Seit 2020 setzen sich Anwohner:innen und Aktivist:innen dafür ein, die Namen Woermannweg und Lüderitzweg zu ändern. Beide Straßen ehren derzeit Persönlichkeiten, die mit kolonialer Gewalt und nationalsozialistischer Propaganda in Verbindung stehen.

Den Anstoß gab es durch mehrere formelle Anträge, die zwischen 2020 und 2025 nach § 24 der nordrhein-westfälischen Gemeindeordnung eingereicht wurden. Die Antragstellenden argumentierten, dass die Namensgeber – Adolf Lüderitz und Adolph Woermann – in die Menschenrechtsverletzungen während der deutschen Kolonialzeit verstrickt waren. Später bestätigte die Stadtverwaltung zudem, dass die ursprüngliche Namensvergabe in den 1930er-Jahren auch der NS-Ideologie gedient hatte.

In der Sitzung am 9. Dezember wird entschieden, ob die Straßen ihre bisherigen Namen behalten oder umbenannt werden. Eine Entscheidung für eine Änderung käme nach Jahren der Petitionen, öffentlichen Debatten und behördlicher Prüfung. Das Ergebnis wird zudem einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie Münster künftig mit ähnlichen Fällen aus der kolonialen und NS-Vergangenheit umgeht.