GLS Bank schließt DKP-Konten – Proteste und Rückendeckung für den Vorstand
Sophia WeberGLS Bank schließt DKP-Konten – Proteste und Rückendeckung für den Vorstand
Die GLS Bank steht wegen ihrer Entscheidung, Konten der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Gefangenenhilfsorganisation Rote Hilfe zu schließen, unter scharfer Kritik. Der Schritt löste landesweite Proteste und Forderungen nach einer Rücknahme aus, die in einer hitzigen Debatte auf der Mitgliederversammlung der Bank in Bochum gipfelten. Gleichzeitig wurde die Führung der Bank mit einer deutlichen Mehrheit der Mitglieder bestätigt – trotz der anhaltenden Kontroverse.
Die Auseinandersetzung begann, als die GLS Bank die Schließung der Konten von DKP und Rote Hilfe bekannt gab und dabei auf rechtliche und regulatorische Verpflichtungen verwies. Deutsche Banken sind von den Aufsichtsbehörden verpflichtet, verdächtige Transaktionen unverzüglich zu melden. Die Entscheidung sorgte für Empörung; die Initiative „Stop Debanking“ forderte die Wiederherstellung der Konten und erhielt Unterstützung von zahlreichen Organisationen.
Die Proteste erreichten ihren Höhepunkt, als die Mitgliederversammlung der Bank parallel zu einem Nachhaltigkeitsfestival in Bochum stattfand. Der ehemalige grüne Vizekanzler Robert Habeck nahm an der Veranstaltung teil, was die öffentliche Aufmerksamkeit weiter steigerte. Während der Versammlung stimmten 676 von 720 Mitgliedern dafür, den aktuellen Vorstand im Amt zu belassen.
Nach Verhandlungen lenkte die GLS Bank bei Rote Hilfe ein und erlaubte der Organisation, ihre Konten zu behalten. Die DKP hingegen kündigte an, die Zusammenarbeit mit der Bank vollständig zu beenden und stattdessen auf die öffentlichen Sparkassen in Deutschland auszuweichen. Zudem markierte die Versammlung einen Wechsel in der Führung: Aysel Osmanoğlu gab ihren Posten als Sprecherin des Vorstands auf.
Die Debatte erhielt zusätzliche juristische Brisanz, als die Sparkasse Göttingen gerichtlich verpflichtet wurde, die Konten von Rote Hilfe offenzuhalten. Dies warf erneut Fragen nach der Einheitlichkeit der Bankenpolitik auf.
Die Führung der GLS Bank bleibt nach der klaren Rückendeckung durch die Mitglieder im Amt, doch die Kontoschließungen haben tiefe Gräben hinterlassen. Während Rote Hilfe ihre Konten behalten darf, hat die DKP ihre Bankgeschäfte auf öffentliche Institute verlagert. Der Vorfall zeigt die Spannungen zwischen Finanzregulierung und politischem Aktivismus im deutschen Bankensektor auf.






