Frankenforst: Wie eine Villenkolonie die Kriege und ihre Geheimnisse bewahrt

Frankenforst: Wie eine Villenkolonie die Kriege und ihre Geheimnisse bewahrt
Ein verbotene Liebe, NS-Enteignungen, die Vertreibung der Villenbesitzer in den eigenen Hühnerstall – das Buch der Frankenforsterin Rosine De Dijn "In bevorzugter Lage" ist eine Anatomie des Erinnerungsvermögens: Im Bensberger Villenviertel Frankenforst spiegeln sich die Tragödien der beiden Weltkriege wie unter einem Brennglas, verdichtet auf wenige Fassaden und Familienschicksale.
Ein neues Buch der 84-jährigen Journalistin Rosine De Dijn deckt die bewegte Geschichte der Villenkolonie Frankenforst bei Köln auf. 1907 als exklusives Refugium für die Wohlhabenden gegründet, wurde das Viertel zum Mikrokosmos der Zerstörungen durch die beiden Weltkriege. Anhand von Grundbuchakten, Tagebüchern und Familienüberlieferungen zeichnet De Dijn nach, wie der Krieg das Leben seiner Bewohner prägte.
Die Villenkolonie Frankenforst war Kölns Pendant zu Berlins Grunewald – eine friedliche Oase der Reichen. Diese Idylle zerbrach mit dem Ersten Weltkrieg, dessen Auswirkungen De Dijn, selbst im Zweiten Weltkrieg geboren, aus Erzählungen über die Zerstörung ihrer flämischen Heimat 1914 kennt.
In "In bevorzugter Lage" rückt De Dijn die Geschichte durch das Schicksal einer Villenkolonie ins Rampenlicht. Die Mischung aus persönlichen Erzählungen und akribischer Recherche hat große Aufmerksamkeit erregt. Das Buch steht als Dokument dafür, wie globale Konflikte das Leben einfacher Menschen prägten – von vertriebenen Familien bis zu einer Liebesgeschichte, die sich gegen die Besatzungsmacht behauptete.