Deutsches Startup will Duschwasser-Wärme revolutionieren – doch die Bürokratie bremst aus

Admin User
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Eine Ziegelwand mit einer Dusche, einem Wasserhahn und einem Handtuchhalter auf der linken Seite und einer Badewanne unten.

Deutsches Startup will Duschwasser-Wärme revolutionieren – doch die Bürokratie bremst aus

Ein kleines deutsches Unternehmen will die Wärmerückgewinnung aus Duschwasser zum Mainstream machen

Während die Technologie in Ländern wie der Schweiz, dem Vereinigten Königreich und Belgien bereits verbreitet ist, bleibt sie in Deutschland noch eine Seltenheit. Die 2021 gegründete Unocconi GmbH will das nun ändern – mit dezentralen Systemen, die die Abwärme aus Abwasser wiederverwenden.

Die Idee an sich ist nicht neu. Produkte wie der „Warmduscher“ – ein in Deutschland hergestellter Wärmetauscher, der unter Duschwannen eingebaut wird – gibt es bereits seit Jahren. Doch trotz möglicher Energieeinsparungen von bis zu 40 Prozent konnten sich diese Systeme hierzulande bisher nicht durchsetzen.

Hinter der Unocconi GmbH steht Steffen Nittbaur, ein Industrieingenieur mit über 25 Jahren Erfahrung bei Mercedes-Benz. Nach Jahrzehnten in der Automobilproduktion widmete er sich zunehmend der Nachhaltigkeit. Noch während seiner Zeit bei Mercedes absolvierte er berufsbegleitend einen Master in Umweltwissenschaften.

2021 gründete Nittbaur gemeinsam mit seinem Sohn Valentin das Unternehmen. Ihr Ziel: die Abwärmenutzung aus Duschwasser in deutschen Badezimmern etablieren. Die Technologie funktioniert, indem sie die Wärme aus dem abfließenden Duschwasser auffängt und damit das einströmende Kaltwasser vorwärmt. Systeme wie der „Warmduscher“ (Kosten: rund 500 Euro), das portugiesische Zypho oder die ECOshower-Lösung von Wagner existieren zwar bereits, bleiben in Deutschland aber Nischenprodukte.

Ein großes Hindernis sind die regulatorischen Hürden. Während Nachbarländer wie die Niederlande, die Schweiz oder Belgien die Technologie längst nutzen, verlangt Deutschland für solche Geräte eine Trinkwasserzertifizierung – eine Auflage, die die Verbreitung bremst. Für Nittbaur ist das Vorhaben nicht nur beruflich, sondern auch persönlich motiviert: Seine Erfahrung in der Industrie und sein Studium der Umweltwissenschaften treiben ihn an, die Wärmerückgewinnung zum Standard in Haushalten zu machen. Das Unternehmen arbeitet nun daran, die regulatorischen Herausforderungen zu meistern und gleichzeitig das Bewusstsein für die energetischen – und finanziellen – Vorteile zu schärfen.

Die Unocconi GmbH setzt sich weiterhin für politische Änderungen ein, die den Einsatz von Duschwasser-Wärmerückgewinnung erleichtern könnten. Gelingt dies, könnte die Technologie den Haushaltsenergieverbrauch deutlich senken – nach dem Vorbild anderer europäischer Länder. Derzeit liegt der Fokus darauf, die Zertifizierungshürden zu überwinden und deutsche Hausbesitzer von den Vorteilen zu überzeugen.