03 April 2026, 14:02

Deutsche Tischtennis-Mannschaft startet ohne Boll in eine ungewisse EM-Zukunft

Das Logo der Europäischen Tischtennis-Union (ETTU) für die Europameisterschaften der Mannschaften, bestehend aus einem blauen Kreis mit einem weißen Tischtennisschläger und einem weißen und blauen Rand, mit schwarzem Text darunter.

Deutsche Tischtennis-Mannschaft startet ohne Boll in eine ungewisse EM-Zukunft

Deutsche Tischtennis-Mannschaft steht vor einer neuen Ära: Erste EM ohne Timo Boll beginnt am Sonntag in Zadar, Kroatien

Lange als automatischer Favorit gehandelt, sieht sich das Team nun mit stärkerer Konkurrenz aus Nationen wie Frankreich und Schweden konfrontiert.

Jahrzehntelang schien Deutschlands Vorherrschaft im Mannschaftswettbewerb unantastbar. Mit neun Europameistertiteln, sechs WM-Finals und vier olympischen Medaillen setzten Legenden wie Boll und Dimitrij Ovtcharov Maßstäbe. Ihr Erbe prägt noch immer die Wände des Nationalen Leistungszentrums, wo Fotos vergangener Triumphe – darunter Bolls WM-Medaille von 2021 – ausgestellt sind.

Doch die aktuelle Mannschaft spiegelt einen Wandel wider. Die Herrenriege, mit Spielern auf den Weltranglistenplätzen 8, 14 und 15, setzt nun auf eine jüngere Generation. Patrick Franziska, vierfacher Europameister, gibt offen zu: "Wir können Siege nicht mehr als selbstverständlich betrachten." Bei den Olympischen Spielen 2024 traten mit Dang Qiu, Ovtcharov und Franziska nur drei Herren an – neben dem aufstrebenden Junioren-Weltmeister Annett Kaufmann, der als größtes Talent des Teams gilt.

Bei den Damen hat Sabine Winter mit 32 Jahren ihr Spiel neu erfunden: Sie wechselte die Belagart und passte ihren Stil an. Kaufmann gilt bereits als strahlendste Hoffnung. Trainiert wird die Mannschaft von der in Kroatien geborenen Tamara Boros, der letzten Europäerin, die 2003 eine WM-Einzelmedaille gewann.

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Bundestrainer Jörg Roßkopf hat ein klares Ziel vorgegeben: die Rückkehr an die europäische Spitze. Doch wie Sportdirektor Richard Prause betont, sind die Zeiten garantierter Erfolge vorbei. Das Turnier in Zadar wird zeigen, ob Deutschlands neue Ära an die glorreiche Vergangenheit anknüpfen kann.

Die Meisterschaft in Kroatien markiert einen Einschnitt für den deutschen Tischtennissport. Ohne Boll muss sich das Team gegen aufstrebende Konkurrenten behaupten. Die Leistungen in Zadar werden entscheiden, ob die nächste Generation das Erbe der europäischen Dominanz weitertragen kann.

Quelle