CDU-Kandidat Guido Déus wird neuer Bonner Oberbürgermeister nach knapper Stichwahl
Charlotte WagnerCDU-Kandidat Guido Déus wird neuer Bonner Oberbürgermeister nach knapper Stichwahl
Guido Déus von der CDU ist zum neuen Oberbürgermeister Bonns gewählt worden, nachdem er die amtierende Bürgermeisterin Katja Dörner (Grüne) in der Stichwahl besiegte. Die Wahl markiert einen Wandel in der lokalen Politik, wobei Dörners Verkehrspolitik eine zentrale Rolle für ihre Niederlage spielte. Déus sicherte sich 54 Prozent der Stimmen, während Dörner auf 46 Prozent kam – und damit ihre Amtszeit als erste grüne Oberbürgermeisterin der Stadt beendet ist.
Die Wahl folgte einem hitzigen Wahlkampf, der sich vor allem an Dörners umstrittenen Verkehrsreformen entzündete. Viele Wähler hatten mit Veränderungen wie der Umgestaltung der Adenauerallee, einer der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt, ihre Probleme. Am Wahlabend gratulierte Dörner Déus herzlich, der seinerseits die vor ihm liegenden Herausforderungen betonte und zu respektvoller Zusammenarbeit im Stadtrat aufrief.
Die Ergebnisse der Stadtratswahl 2025 zeigen eine zersplitterte politische Landschaft. Die CDU bleibt mit 31,9 Prozent der Stimmen stärkste Kraft, verlor jedoch 1,8 Prozentpunkte. Die Grünen fielen auf 26,3 Prozent zurück, die SPD auf 11,8 Prozent. Kleinere Parteien wie Die Linke (8,7 Prozent) und die AfD (6,0 Prozent) legten leicht zu. Die Wahlbeteiligung stieg auf 64,9 Prozent – nach 57,1 Prozent im Jahr 2020 ein deutlicher Anstieg.
Die Bildung einer stabilen Mehrheit gestaltet sich schwierig. Die bisherige "Traubenkoalition" aus Grünen, SPD, Linken und Volt verlor nach Dörners Niederlage ihre Mehrheit. Eine neue "bürgerliche Koalition" aus CDU, SPD, FDP, BBB und Volt wird diskutiert, doch eine Einigung ist noch ungewiss. Ohne klare Mehrheit könnte der Rat künftig auf wechselnde Bündnisse bei jeder einzelnen Entscheidung angewiesen sein.
Déus übernimmt nun die Rolle eines Vermittlers in einem gespaltenen Stadtrat. Zwar dominierte das Thema Verkehr den Wahlkampf, doch andere drängende Probleme – Wohnungsbau, Kinderbetreuung, Schulen und Wirtschaft – erfordern nun seine Aufmerksamkeit. Seine fünfjährige Amtszeit beginnt mit der Aufgabe, einen Rat zu einen, der an wechselnde Allianzen gewöhnt ist.
Die Wahlergebnisse hinterlassen den Bonner Stadtrat ohne eine offensichtliche regierungsfähige Mehrheit. Déus wird zwischen den verschiedenen Parteien lavieren müssen, um Entscheidungen zu treffen – wahrscheinlich von Fall zu Fall. Der Fokus muss sich nun von den Verkehrsdebatten hin zu den größeren Herausforderungen verschieben, vor denen die Stadt steht.






