Bundeskartellamt warnt: Tech-Giganten ersticken Innovation in Europa

Bundeskartellamt warnt: Tech-Giganten ersticken Innovation in Europa
Wettbewerb in der Technologiebranche ist bedroht, warnt Andreas Mundt, Präsident des deutschen Bundeskartellamts. Er macht die Vorherrschaft der Tech-Giganten bei Cloud-Diensten, Daten und Finanzmitteln für die Erstickung von Innovation verantwortlich. Seine Äußerungen fallen zusammen mit Forderungen nach schärferen wirtschaftspolitischen Maßnahmen in Europa, um faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.
Mundt betonte, dass echter Wettbewerb im Tech-Sektor heute fast nur noch bei grundlegenden KI-Modellen herrscht. Ansonsten dominieren Großkonzerne den Markt und erschweren es Start-ups, Fuß zu fassen. Das EU-KI-Gesetz sieht er dabei als potenzielles Risiko: Schlecht konzipierte Regelungen könnten die Vormachtstellung etablierter Akteure weiter zementieren.
Als warnendes Beispiel führte er die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) an. Solche Vorschriften belasten oft kleinere Unternehmen überproportional und vertiefen so die Kluft zu den Branchenriesen. Als Gegenmittel schlug Mundt eine Europäische Kapitalmarktunion vor, um den Zugang zu Finanzmitteln zu verbessern.
Ein einheitlicher Kapitalmarkt würde jungen Unternehmen den Markteintritt erleichtern und die Finanzierungskosten senken. Start-ups und mittelständische Betriebe hätten so leichteren Zugang zu Kapital – jenseits klassischer Bankkredite. Besonders Tech-Firmen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und Software-as-a-Service würden von einem stärker integrierten EU-Binnenmarkt profitieren.
Mundts Vorschläge zielen auf die Behebung struktureller Ungleichgewichte in Europas Technologieszene ab. Eine Kapitalmarktunion könnte Start-ups die Mittel an die Hand geben, um die Dominanz der Tech-Konzerne herauszufordern. Ohne solche Reformen, so seine Warnung, bleibe fairer Wettbewerb auf digitalen Märkten weiter gefährdet.