Bremer Buchhandlung erhält skurriles Verfassungsschutz-Zertifikat nach Kulturkampf mit Minister
Sophia WeberBremer Buchhandlung erhält skurriles Verfassungsschutz-Zertifikat nach Kulturkampf mit Minister
Die Bremer Buchhandlung Golden Shop hat ein ungewöhnliches Zertifikat erhalten: Sie wurde zur „besten Buchhandlung unter Beobachtung des Verfassungsschutzes“ erklärt. Die Auszeichnung folgt auf eine öffentliche Auseinandersetzung mit Kulturminister Wolfram Weimer.
Zuvor hatte die Buchhandlung den Spruch „Deutschland verrecke bitte“ an ihrer Fassade angebracht. Dies führte zu Ermittlungen durch den Inlandsgeheimdienst. Daraufhin befestigten sechs Personen ein großes Stofftransparent am Giebel des Golden Shop, das die umstrittene Parole ersetzte.
Inhaberin Ausma Zvidrina gestaltete das Schaufenster neu – mit einem Porträt Weimers und seinen Büchern. Dazu stellte sie eine Flasche Sekt mit dem Etikett „Fürst von Weimer“ aus. Trotz der Inszenierung plant die Buchhandlung nicht, Weimers Werke ins Sortiment aufzunehmen.
An der Fassade prangen nun handschriftliche Zitate des Ministers, darunter „Das ist überhaupt nicht als Kulturkampf gemeint“ und „Das Konventionelle ist die neue Avantgarde“. Zudem verkauft der Golden Shop inzwischen Tassen mit dem Aufdruck „The Golden Shop: Empfohlen vom Verfassungsschutz“.
Die Buchhandlung gehörte zu drei Läden, die Weimer vom Deutschen Buchhandlungspreis 2026 ausschloss. Das Zertifikat unterstreicht die ungewöhnliche Aufmerksamkeit, die der Laden erhält. Die Schaufenster und Merchandise-Artikel spiegeln mittlerweile den anhaltenden öffentlichen Schlagabtausch mit dem Kulturminister wider – die Ermittlungen des Verfassungsschutzes haben der Buchhandlung zusätzlich zu zweifelhaftem Ruhm verholfen.






