Borussia Dortmund startet unter Carsten Cramer eine radikale Wende
Borussia Dortmund beginnt unter Chef Carsten Cramer eine neue Ära. Der Verein hat beschlossen, die Verträge der Leistungsträger Julian Brandt, Niklas Süle und Salih Özcan nicht zu verlängern – alle drei werden den Klub im Sommer verlassen. Cramer signalisiert damit einen Strategiewechsel: Er will frischen Schwung und eine mutigere Führungsphilosophie in den Verein tragen.
Die Abgänge von Brandt und Süle markieren einen deutlichen Bruch mit der Vergangenheit. Beide Spieler prägten den BVB über Jahre, doch ihr Weggang spiegelt die sich wandelnde Transferpolitik des Clubs wider. Während der FC Bayern München weiterhin massiv in etablierte Stars wie Harry Kane investiert und Bayer Leverkusen auf die Förderung junger Talente setzt, verfolgt Dortmund seit Langem ein anderes Modell: gezielt günstig einkaufen und gewinnbringend verkaufen.
In den vergangenen Jahren erzielte der Verein durch spektakuläre Transfers hohe Gewinne. Jude Bellingham kam 2020 für 25 Millionen Euro und wechselte 2023 für 103 Millionen Euro weiter. Erling Haaland folgte einem ähnlichen Muster: 2019 für 20 Millionen Euro verpflichtet, verließ er den BVB 2022 für 60 Millionen Euro in Richtung Manchester City. Zwischen 2020 und 2025 generierte diese Strategie über 300 Millionen Euro Netto-Transfererlös – ein krasser Gegensatz zu Bayerns Nettoinvestitionen von rund 200 Millionen Euro im selben Zeitraum.
Doch Cramers Vision geht über reine Finanzkalküle hinaus. Er will der Vereinsführung mehr Entschlossenheit und Zuversicht verleihen. Während Brandt, Süle und Özcan den Klub verlassen, läuft die Vertragsverlängerung mit Kapitän Emre Can noch. Seine Erfahrung könnte dem Team in der Umbruchsphase Halt geben.
Das Geschäftsmodell mit hoher Spielerfluktuation hat Dortmund in den letzten Jahren geprägt. Nun strebt Cramer eine Neuausrichtung an: Alte Bindungen werden gekappt, um Platz für einen neuen Kurs zu schaffen.
Der Sommer bringt für den BVB einen tiefgreifenden Umbruch – mindestens drei Stammspieler werden gehen. Die Herausforderung besteht darin, gewinnorientierte Transfers mit nachhaltigem Teamaufbau in Einklang zu bringen. Mit Cramer an der Spitze will der Verein auf seinen finanziellen Erfolg aufbauen und gleichzeitig eine ehrgeizigere Zukunft gestalten.






