19 March 2026, 22:01

Bochum plant Taxi-Revolution: Festpreise statt Taxameter gegen Uber & Co.

Pferdewagen mit zwei Passagieren, umgeben von Bäumen, mit Text "eine Fahrt in die Stadt" unten.

Bochum plant Taxi-Revolution: Festpreise statt Taxameter gegen Uber & Co.

Der Stadtrat von Bochum prüft Änderungen der Taxi-Preisregeln, um traditionelle Taxis im Wettbewerb mit Fahrvermittlungs-Apps wie Uber zu stärken. Die Freie Demokratische Partei (FDP) setzt sich für flexiblere Tarife ein, darunter die Möglichkeit, dass Fahrer und Fahrgäste vor Fahrtantritt Festpreise vereinbaren. Eine endgültige Entscheidung könnte nach der Auswertung eines Gutachtens noch in diesem Jahr fallen.

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Die Debatte begann mit einem FDP-Vorschlag, die bestehenden Tarifvorschriften zu lockern. Ihr Plan sieht vor, dass Kunden mit den Fahrern vorab feste Preise aushandeln können, statt sich auf den Taxameter zu verlassen. Die Stadtverwaltung zeigt sich offen für den Vorschlag – ein Zeichen für einen Kurswechsel im Vergleich zu den strengeren Regelungen in Nachbarstädten.

Am Donnerstagnachmittag steht eine zentrale Beratung an: Die Ratsmitglieder werden die Stellungnahme der Verwaltung zur FDP-Anfrage prüfen. Zudem könnte während der Sitzung eine Petition für das flexible Preismodell eingereicht werden.

Anders als Essen, das für alle Anbieter eine Mindestpreisregelung einführte, geht Bochum einen eigenen Weg. Bereits im November 2025 hatte die SPD-Fraktion einen Kompromissvorschlag unterbreitet: Taxitarife auf maximal 2,50 Euro pro Kilometer zu begrenzen und Fahrvermittlungsdienste auf 3,00 Euro pro Kilometer, mit einer Obergrenze von 50 Euro pro Fahrt. Essen hingegen setzte für alle Anbieter einen einheitlichen Kilometertarif von 2,20 Euro durch – verbunden mit strengeren Zulassungsauflagen.

Bevor Bochum konkrete Änderungen beschließt, hat die Stadt ein Gutachten in Auftrag gegeben, das ein neues Preismodell entwickeln soll. Die Ergebnisse werden nach der Sommerpause erwartet. Bei einer Zustimmung könnte eine Testphase Anfang 2026 starten, während Essen seine neuen Regeln bereits umsetzt.

Ziel der geplanten Änderungen ist es, den Wettbewerb zwischen klassischen Taxis und appbasierten Diensten auszubalancieren. Sollte das Bochumer Modell eingeführt werden, würde es mehr Preisflexibilität bieten als der strengere Ansatz Essens. Die Stadt wird jedoch abwarten, bis das Gutachten vorliegt, bevor sie dauerhafte Anpassungen vornimmt.

Quelle