13 March 2026, 02:02

Bistum Münster reformiert 660 Kitas durch neue gGmbH-Strukturen bis 2027

Die Heilige Kindermissionskirche, ein Gebäude mit Fenstern und einer Tür, Treppen führend zur Einfahrt, Geländern auf beiden Seiten, umgeben von Pflanzen und Bäumen, mit einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Bistum Münster reformiert 660 Kitas durch neue gGmbH-Strukturen bis 2027

Das Bistum Münster reformiert die Unterstützung seiner 660 katholischen Kindertageseinrichtungen grundlegend. Bis 2027 sollen drei neue regionale gemeinnützige GmbHs (gGmbHs) die Trägerschaft übernehmen, um die langfristige Finanzierung zu sichern und die Verwaltungslast für die örtlichen Pfarrgemeinden zu verringern. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund geänderter Landesförderrichtlinien und Sorgen über die Unterfinanzierung des Betreuungssystems in Nordrhein-Westfalen.

Im Rahmen der Umstrukturierung werden bis zum 30. September 2026 alle 660 Kitas auf die drei regionalen gGmbHs übertragen: Willibrord Kitas (zuständig für die Kreise Borken, Coesfeld und Recklinghausen), Liudger Kitas (für die Stadt Münster sowie die Kreise Steinfurt und Warendorf) und Ida Kitas. Jede Pfarrei muss der Veränderung zustimmen, wobei Aussteiger eine Übergangsphase erhalten.

Aktuell laufen Gespräche mit lokalen Verantwortlichen, um rechtliche, finanzielle und personelle Fragen zu klären. Der Diözesanadministrator Antonius Hamers betonte, der Wandel sei aufgrund der Landesförderregeln im Rahmen des NRW-KibiZ-Gesetzes unvermeidbar. Gleichzeitig kritisierte er, das Gesetz unterfinanziere die Kindertagesstätten systematisch.

Die neue gGmbH-Struktur ermöglicht es den Pfarrgemeinden, eng mit "ihren" Kitas verbunden zu bleiben, während administrative Aufgaben entfallen. Eine übergeordnete gGmbH soll zudem Flexibilität bieten, um auf politische, gesellschaftliche oder finanzielle Veränderungen zu reagieren. Für 2026 hat das Bistum 39,5 Millionen Euro für die Kitas eingeplant.

Das Bistum Münster folgt damit einem ähnlichen Vorbild des Erzbistums Köln, das mit Katholino bis Ende 2027 die Unterstützung für seine 525 Kitas zentralisieren wird.

Ziel der Reform ist es, die finanzielle Stabilität der Einrichtungen zu gewährleisten und die Arbeitsbelastung der Pfarrgemeinden zu reduzieren. Alle 660 Kitas sollen innerhalb von zwei Jahren in die neuen regionalen gGmbHs überführt werden. Die Gespräche mit den Pfarreien zur finalen Umsetzung der Übergänge werden fortgesetzt.

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