29 June 2026, 18:07

Bachmann-Preis 2024: Mutige Texte, scharfe Kritik und ein spektakulärer Abgang

Gegen alles Frontal

Bachmann-Preis 2024: Mutige Texte, scharfe Kritik und ein spektakulärer Abgang

Der diesjährige Bachmann-Preis in Klagenfurt bot mutige Lesungen und scharfe Kritik – von Autor:innen und Jury gleichermaßen. Das Festival präsentierte sieben Jurorinnen, die Texte bewerteten, die von erfinderischem Erzählstil bis hin zu direkten Angriffen auf die Literaturwelt reichten.

Die Jury lobte besonders einfallsreiche Werke, hob prägnante Sätze und frische Ideen hervor. Selbst bei unsicherer Qualität wurden Beiträge nur selten pauschal abgelehnt.

Slata Roschal betrat die Bühne mit einer Geschichte, die wirtschaftliche Not kaum streifte. Stattdessen richtete sie den Blick auf das Literaturbetriebssystem selbst. Sie prangerte schlecht bezahlte Stipendien und die mageren Einnahmen für Autor:innen an. Nach ihrer Lesung kündigte sie an, sofort zu gehen – ohne sich mit dem Feedback der Jury auseinanderzusetzen.

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Einer der markantesten Momente war von Ingeborg Bachmanns Hörspiel Der gute Gott von Manhattan inspiriert: Darin sitzt Gott der Allmächtige auf der Anklagebank. Obwohl beschuldigt, entgeht Er der Strafe, indem Er schlicht die Wahrheit sagt.

Schaette gewann sowohl den mit 30.000 Euro dotierten Hauptpreis als auch den Publikumspreis für Was wir tragen. Der Text begleitet zwei übergewichtige Schulmädchen und die lebenslange Gewalt, der sie ausgesetzt sind.

Preisgeld und Anerkennung gingen an Schaette für eine Geschichte, die harte Realitäten schonungslos aufzeigt. Roschals Abgang und ihre Kritik an den wirtschaftlichen Missständen der Branche hinterließen einen bleibenden Eindruck. Die Jury-Diskussionen über Kreativität und prekäre Verhältnisse prägten diesen Wettbewerb.

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