Apothekerkammer Nordrhein unter Verdacht: Millionen fehlen und teure Sanierungen geplant
Charlotte WagnerApothekerkammer Nordrhein unter Verdacht: Millionen fehlen und teure Sanierungen geplant
Die Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) steht nach einem Gerichtsurteil, das übermäßige Rücklagen aufdeckte, unter finanzieller Beobachtung. Dr. Bernhard Bellinger, Anwalt und Steuerberater, der mehr als 100 klagende Kammermitglieder vertritt, wirft der Organisation fragwürdige Haushaltsentscheidungen vor – darunter eine fehlende Kaution in Höhe von 1,5 Millionen Euro und teure Sanierungspläne.
Bellinger hinterfragt insbesondere eine Zahlung von 450.000 Euro an die Kanzlei Luther für die Bearbeitung von Beitragsstreitigkeiten. Er vermutet eine Pauschalvergütung und argumentiert, dass solche Rechtsangelegenheiten intern zu deutlich geringeren Kosten hätten geregelt werden können. Zudem kritisiert er die Veranschlagung von 2,3 Millionen Euro für Fassadensanierungen am AKNR-Gebäude, wovon bereits 550.000 Euro für 2025 vorgesehen sind – obwohl die Arbeiten erst 2026 beginnen sollen.
Der Jurist verwies außerdem auf eine 1,5 Millionen Euro schwere Kaution, die zunächst aus den AKNR-Konten verschwand, später jedoch als drei Millionen Euro in späteren Unterlagen wieder auftauchte. Er geht davon aus, dass die Kammerpräsidentin diese Ausgaben vorangetrieben hat, um die überhöhten Rücklagen der Organisation abzubauen. Da mehr als 100 Mitglieder ihre Beitragsbescheide anfechten, fordert Bellinger die Kammerversammlung auf zu prüfen, ob die 1,5 Millionen Euro noch verfügbar sind.
Die AKNR wird ihren Haushalt auf der morgigen Mitgliederversammlung überarbeiten. Die Kammer gerät zunehmend unter Druck, ihre finanziellen Entscheidungen offenzulegen. Die Mitglieder verlangen Transparenz über die Unstimmigkeiten bei den 1,5 Millionen Euro sowie eine Rechtfertigung für die hohen Rechts- und Sanierungskosten. Das Ergebnis der morgigen Versammlung könnte entscheiden, ob weitere Ermittlungen eingeleitet werden.






