Apotheker protestieren am 23. März: "Ohne faire Bezahlung stirbt der Sektor"
Sophia WeberApotheker protestieren am 23. März: "Ohne faire Bezahlung stirbt der Sektor"
Deutsche Apotheker und ihr Personal bereiten sich auf eine große Protestaktion am 23. März vor. Viele werden an diesem Tag ihre Türen schließen und sich an Kundgebungen beteiligen, um bessere finanzielle Unterstützung zu fordern. Die Branche warnt, dass sinkende Gewinne und stagnierende Löhne die Beschäftigten an ihre Grenzen bringen.
Sebastian Berges, Besitzer zweier Apotheken in Nordrhein, wird beide Standorte für den Protest schließen. Er argumentiert, dass die aktuelle Erstattungsgebühr von 9,50 Euro die steigenden Kosten nicht mehr deckt. In den letzten zehn Jahren haben sich die Gewinne der Apotheken halbiert, während die Ausgaben weiter steigen.
Berges ruft seine Mitarbeiter auf, sich an ihre politischen Vertreter zu wenden. Sie sollen auf die finanzielle Belastung und die schwierigen Tarifverhandlungen hinweisen. Seine Botschaft ist klar: Ohne faire Bezahlung kann der Sektor nicht überleben.
Thomas Preis, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, sieht im 23. März einen Wendepunkt. Er erwartet eine breite Beteiligung, mit gemeinsamen Aktionen in vielen Städten. Der Protest soll durch Schließungen und Demonstrationen ein starkes Signal setzen.
Zu den zentralen Forderungen gehört eine sofortige Anpassung der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV), die seit über zehn Jahren unverändert geblieben ist. Apothekenmitarbeiter fordern zudem höhere Honorare – diese sind seit 2013 eingefroren, obwohl die Kosten um 65 Prozent gestiegen sind. Weitere Punkte umfassen schärfere Regeln für den Versandhandel, bessere Ausbildungsbedingungen für Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) und mehr Möglichkeiten zur Selbstmedikation.
Eine Online-Petition mit dem Titel "Uns gibt es nicht zum Nulltarif!" hat bereits zahlreiche Unterstützer gefunden. Die Branche lehnt Pläne für "Apotheken ohne Apotheker" ab und fordert ein dynamisches Preissystem, ähnlich wie bei niedergelassenen Ärzten.
Am 23. März werden bundesweit Apotheken aus Solidarität schließen. Besitzer und Mitarbeiter verlangen dringende finanzielle Reformen, um die Zukunft des Sektors zu sichern. Ohne Veränderungen, so warnen sie, werde der Druck auf Beschäftigte und Betriebe weiter zunehmen.