Anti-Sexismus-Aktion bei Rot-Weiss Essen scheitert an Fan-Widerstand

Anti-Sexismus-Aktion bei Rot-Weiss Essen scheitert an Fan-Widerstand
Anti-Sexismus-Kampagne im Stadion von Rot-Weiss Essen stößt auf massiven Widerstand
Eine aktuelle Anti-Sexismus-Initiative im Stadion von Rot-Weiss Essen ist auf starken Widerstand von Fangruppen gestoßen. Die Aktion, organisiert vom Fanbündnis "RWE für Toleranz", rief dazu auf, dass Frauen die vorderen Reihen des Westblocks für die ersten 19 Minuten und sieben Sekunden eines Spiels besetzen sollten. Doch die Kampagne fand kaum Unterstützung und löste stattdessen weitere Kontroversen aus.
Die Aktion fand während des Heimspiels gegen Energie Cottbus statt, das mit einer 2:3-Niederlage für Essen endete. Trotz der Rückendeckung des Vereins beteiligten sich nur wenige Anhänger an der Protestform. Stattdessen verweigerten Ultras und aktive Fangruppen die Teilnahme, lehnten die Initiative offen ab und blieben auf ihren Plätzen.
Spannungen hatten sich bereits früher in der Saison abgezeichnet. Am 2. November, während des Spiels gegen den 1. FC Schweinfurt, verteilten Ultras im Block W2 sexistische Flugblätter mit dem Titel "Grundsätze W2". Die Verantwortlichen wurden nie öffentlich identifiziert.
Rot-Weiss Essen distanzierte sich später in einer Stellungnahme von allen Formen der Diskriminierung. Der Verein bekräftigte sein Engagement für Vielfalt und Respekt und grenzt sich damit klar von den Handlungen der Fangruppen ab.
Die gescheiterte Kampagne unterstreicht die Kluft zwischen der Haltung des Vereins und Teilen seiner Anhängerschaft. Während Rot-Weiss Essen Toleranz fördert, lehnen einige Fans solche Initiativen weiterhin ab. Der Vorfall wirft Fragen auf, wie Diskriminierung in der Fußballkultur wirksam bekämpft werden kann.